Fahrzeugsperren produktneutral ausschreiben
Wer Fahrzeugsperren kauft oder mietet, muss die Leistung beschreiben, nicht das Produkt. Das verlangt das Vergaberecht und es ist fachlich richtig: Entscheidend ist, welches Fahrzeug die Sperre aufhält, nicht wie sie heißt. Diese Seite zeigt, wie ein produktneutrales Anforderungsprofil und ein Leistungsverzeichnis aufgebaut sind und wo in der Praxis Fehler entstehen. Sie ersetzt keine vergaberechtliche Beratung.
Leistungsklasse statt Marke
Der Kern der Beschreibung ist das Schutzziel: Fahrzeugklasse und Masse, Geschwindigkeit, Anprallwinkel, zulässige Eindringtiefe. Dazu die Prüfgrundlage: ISO 22343-1:2023 oder DIN SPEC 91414-1:2021-04, bei mobilen Sperren mit Manipulationsklasse MK2. Mit diesen Angaben kann jeder Bieter ein Produkt anbieten, dessen Prüfnachweis die Anforderung deckt. Viele Ausschreibungen verlangen nur „zertifizierte Sperren“, ohne Norm und Klasse; dann entscheidet der Preis, nicht die Eignung.
Was ins Anforderungsprofil gehört
- Einsatz
- Veranstaltung, Zeitraum, Anzahl und Breite der Sperrpositionen, ob mit oder ohne Durchfahrt, Untergrund, Platz für Aufbau und Lagerung.
- Schutzziel und Prüfnachweis
- Je Sperrposition oder als Los: Fahrzeugklasse, Geschwindigkeit, Winkel, Eindringtiefe; geforderte Norm und Klasse; Vorlage des Prüfzertifikats mit dem Angebot.
- Maße und Aufbau
- Zulässige Lücke zwischen den Sperren (in der Regel höchstens 1,20 m), Mindestzahl der Personendurchgänge, Öffnungsbreite und Bedienung der Durchfahrten, Aufbau ohne Kran oder mit Hilfsmitteln, Gewicht je Element, Verankerung oder frei stehend.
- Leistungen
- Bei Miete: Lieferung, Aufbau, Vorhaltung, Abbau, Einweisung; bei Kauf: Lieferung, Einweisung, Ersatzteile, Wartung, Lagerung und Transportmittel.
- Nachweise
- Prüfzertifikat, Datenblatt, Aufbauanleitung, Herstellererklärung; bei Altprüfungen nach IWA 14-1 oder PAS 68 die Angabe der tatsächlichen Prüfgrundlage.
Lose mit und ohne Durchfahrt
In der Praxis bewährt sich die Teilung in zwei Lose: standfeste Elemente für Zufahrten ohne Durchfahrt und öffnungsfähige Sperren für Rettungswege und Lieferverkehr. So können Bieter mit unterschiedlichen Produkten anbieten und die Kommune erhält für jede Aufgabe das passende System.
Miete oder Kauf
Mehrere Kommunen haben den Kauf mit einem Wirtschaftlichkeitsvergleich begründet, etwa über zehn Jahre oder über die Zahl der Veranstaltungen im Jahr. Miete bleibt bei großen Veranstaltungen und Landesfesten üblich; Kommunen mit eigenem Bestand treten inzwischen selbst als Vermieter auf. Das Leistungsverzeichnis sollte deshalb beide Varianten zulassen oder die Entscheidung vorab begründen.
So hilft ZFS-Project
Aus der Planung erzeugt ZFS-Project das Anforderungsprofil und das Leistungsverzeichnis als Excel-Datei: ohne Produktnamen, mit Schutzziel und Prüfgrundlage je Position, Mengen aus der Aufteilung, Bieterfeldern und Vorbemerkungen für die Vergabe, wahlweise für Miete oder Kauf. Die Unterlagen sind vor der Veröffentlichung fachlich und vergaberechtlich zu prüfen; die Mengen beruhen auf Maßen aus dem Luftbild, maßgebend ist das Aufmaß vor Ort.


Grundlagen: ISO 22343-1:2023, ISO 22343-2:2023, DIN SPEC 91414-1:2021-04, DIN SPEC 91414-2:2022-11; Beobachtungen aus Vergabebekanntmachungen 2025/2026. Keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.
Ausschreibung aus der Planung
In der Online-Vorführung zeigen wir Anforderungsprofil und Leistungsverzeichnis an Ihrem Beispiel.
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