Begriffe im Zufahrtsschutz
Die Begriffe, mit denen Normen, Behörden und ZFS-Project arbeiten, kurz erklärt. Normbezüge: ISO 22343-1/-2:2023 und DIN SPEC 91414-1/-2. Stand: Oktober 2026, Version 1.2.5.
- Zufahrtsschutz
- Alle Maßnahmen, die verhindern, dass Fahrzeuge absichtlich oder unabsichtlich in einen geschützten Bereich fahren, etwa auf einen Veranstaltungsplatz. Dazu gehören bauliche und mobile Fahrzeugsperren, aber auch die Verkehrsführung, die Besetzung der Sperren und die Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt.
- Fahrzeugsperre, Fahrzeugsicherheitsbarriere
- Ein Bauteil oder System, das ein anfahrendes Fahrzeug aufhält. Mobile Fahrzeugsperren werden für die Dauer einer Veranstaltung aufgestellt; stationäre Sperren und Poller sind fest eingebaut oder versenkbar. Die Normen sprechen von Fahrzeugsicherheitsbarrieren (ISO 22343-1/-2:2023, DIN SPEC 91414-1/-2).
- Terrorsperre, Anti-Terror-Sperre
- Umgangssprachliche Bezeichnung für Fahrzeugsperren, die Überfahrtaten verhindern sollen. In Fachtexten und Ausschreibungen wird der Begriff Fahrzeugsperre verwendet; wichtig ist der Prüfnachweis, nicht der Name.
- Überfahrtat
- Der gezielte Einsatz eines Fahrzeugs als Waffe gegen Menschen. Der Leitfaden „Schutz vor Überfahrtaten“ der polizeilichen Kriminalprävention beschreibt das Vorgehen bei der Planung.
- Sperrposition
- Die Stelle, an der eine Zufahrt gesperrt wird. In ZFS-Project besteht ein Projekt aus einer oder mehreren Sperrpositionen; jede wird im Luftbild verortet, aufgebaut, geprüft und gedruckt.
- Sperrlinie
- Die Linie zwischen zwei Punkten A und B, auf der die Sperrelemente stehen. Ihre Breite ergibt sich aus dem Luftbild und ist vor Ort aufzumessen.
- Sperrelement, Sperrkörper
- Ein einzelnes Element einer Fahrzeugsperre. Der Sperrkörper ist der Teil, der ein Fahrzeug aufhält; der Rand ohne Sperrwirkung zählt nicht zur wirksamen Breite.
- Lücke zwischen den Sperren
- Der freie Abstand zwischen zwei Sperrkörpern. Er ist zugleich Teil des geprüften Aufbaus der Sperre (DIN SPEC 91414-1:2021-04) und das Mindestmaß für Personendurchgänge: 1,20 m als Mindestmaß für Fluchtwege und bedingtes Höchstmaß zur Fahrzeugabwehr (DIN SPEC 91414-2:2022-11, Abschnitt 4.4.3); ISO 22343-2:2023 nennt als größten Luftspalt 1.200 mm, gemessen 600 mm über der Belagsoberkante (Abschnitt 12.6.2). ZFS-Project verteilt die Elemente so, dass alle Lücken im zulässigen Bereich liegen.
- Personendurchgang
- Eine Lücke, durch die Fußgänger gehen können, in ZFS-Project ab 1,20 m. Je Sperrposition wird eine Mindestzahl geprüft, damit Flucht- und Rettungswege erhalten bleiben. Mehr Durchgangsbreite entsteht durch zusätzliche Lücken, nicht durch breitere einzelne Lücken.
- Durchlass, Durchfahrt
- Eine Öffnung in der Sperrlinie für Feuerwehr, Rettungsdienst oder Lieferverkehr, meist mit einem öffnungsfähigen Sperrelement und mit Besetzung. ZFS-Project kennt Vollsperrung, Durchfahrt für Feuerwehr und Rettung sowie Durchfahrt für Lieferverkehr.
- Schutzziel
- Die Festlegung, welches Fahrzeug (Fahrzeugklasse, Masse) mit welcher Geschwindigkeit und unter welchem Anprallwinkel aufgehalten werden soll. Der Prüfnachweis einer Sperre muss das Schutzziel decken; ZFS-Project prüft das je Sperrposition.
- Fahrzeugklasse
- Einteilung der Prüffahrzeuge nach Masse und Bauart, zum Beispiel Pkw, Transporter oder Lkw (ISO 22343-1:2023). Im einfachen Modus von ZFS-Project wird das Schutzziel als Fahrzeuggewicht angegeben.
- Prüfnachweis, Zertifikat
- Das Ergebnis eines Anprallversuchs nach ISO 22343-1:2023 oder DIN SPEC 91414-1:2021-04: Fahrzeugklasse, Geschwindigkeit, Winkel, Eindringtiefe und Streubereich. Ältere Prüfungen nach IWA 14-1 oder PAS 68 sind durch ISO 22343 abgelöst; ZFS-Project nennt die tatsächliche Prüfgrundlage je Produkt.
- MK2
- Prüfung der Manipulationssicherheit mobiler Fahrzeugsperren nach DIN SPEC 91414-1 (Manipulationsklasse 2). In Ausschreibungen häufig gefordert.
- Eindringtiefe
- Die Strecke, die das Prüffahrzeug nach dem Anprall über die Sperre hinaus zurücklegt. Sie bestimmt den Abstand, der hinter der Sperre frei bleiben muss.
- Streubereich
- Der Bereich, in den Teile des Fahrzeugs oder der Sperre beim Anprall geschleudert werden können (DIN SPEC 91414-2). Zusammen mit der Eindringtiefe ergibt er den Gefahrenbereich.
- Gefahrenbereich, Freihaltebereich
- Die Fläche hinter der Sperrlinie, die von Aufbauten und Besuchern frei zu halten ist. ZFS-Project zeigt sie in Karte und Druck und prüft, ob der Veranstaltungsraum erst dahinter beginnt.
- Schutzbereich, Veranstaltungsraum
- Die Fläche, die geschützt werden soll. In ZFS-Project wird sie als Bereich mit Fläche gezeichnet; aus ihr lassen sich Zufahrten vorschlagen.
- Gefährdungsbeurteilung
- Die Bewertung des Risikos vor und nach den Maßnahmen, in ZFS-Project mit der Risikomatrix nach DIN SPEC 91414-2:2022-11, Abschnitt 6.4.1. Abweichungen vom Vorschlag sind nur mit Begründung möglich.
- Angriffsroute (Anfahrweg)
- Der Weg, den ein Fahrzeug bis zur Sperre nehmen kann, umgangssprachlich auch Anfahrweg. Aus Länge und Verlauf ergibt sich die erreichbare Geschwindigkeit; im erweiterten Modus von ZFS-Project Grundlage der fahrdynamischen Analyse.
- Fahrdynamische Analyse
- Berechnung der Anprallgeschwindigkeit und -energie je Fahrzeugklasse über die Angriffsroute, mit mittleren Beschleunigungen und ohne Luftwiderstand. Die Werte sind Richtwerte zur Einordnung.
- Geschwindigkeitsreduzierende Maßnahme (GRM)
- Hindernisse vor der Sperre, etwa versetzte Elemente als Schikane, die die erreichbare Geschwindigkeit senken. Im erweiterten Modus von ZFS-Project gehen sie in die fahrdynamische Analyse ein.
- Aufbauplan, Aufbauanweisung
- Der Druck für das Aufbauteam: Karte, Positionsliste mit Maßen ab Punkt A, Ladeliste, Besetzung, Abnahmeprotokoll. Im einfachen Modus von ZFS-Project heißt er Aufbauplan, im erweiterten Aufbauanweisung und Dispo.
- Ladeplan, Lademeter, Achslast
- Die Verteilung der Sperrelemente auf Sattelzüge mit Lagen, Lademetern und Gewicht; ZFS-Project plausibilisiert die Achslasten. Maßgebend bleibt der Lastverteilungsplan des Fahrzeugs.
- Anforderungsprofil
- Die herstellerneutrale Beschreibung der Anforderungen an die Sperren: Schutzziel, Prüfnachweis, Maße, Durchfahrten, Mengen. Grundlage für Angebot oder Ausschreibung.
- Leistungsverzeichnis (LV)
- Die Positionen einer Ausschreibung mit Mengen und Bieterfeldern, in ZFS-Project als Excel-Datei ohne Produktnamen, für Miete oder Kauf, mit Vorbemerkungen für die Vergabe. Vor der Veröffentlichung fachlich und vergaberechtlich zu prüfen.
- Techniker-Zugang
- Ein Link je Projekt mit Passwort, über den das Aufbauteam Karte, Positionsliste und Ladeliste auf Tablet oder Smartphone öffnet. Mit dem Übergabe-Passwort werden Lieferscheine und Rücknahmen vor Ort angelegt.
- Übergabe, Unterweisung, Rücknahme
- Die Dokumente der Umsetzung: Lieferschein mit Abgleich der Mengen, Unterweisung der Personen an den Sperren, Rücknahme mit Schäden und Fotos. Mit Unterschrift am Tablet oder auf Papier, danach unveränderlich im Projekt abgelegt.
- Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ)
- Mehrere Kommunen beschaffen und nutzen Fahrzeugsperren gemeinsam. Förderprogramme der Länder setzen das häufig voraus. Siehe Förderung und interkommunale Beschaffung.
Quellen: Hilfe und Handbuch von ZFS-Project (Version 1.2.5); ISO 22343-1:2023, ISO 22343-2:2023; DIN SPEC 91414-1:2021-04, DIN SPEC 91414-2:2022-11; Leitfaden „Schutz vor Überfahrtaten“ der polizeilichen Kriminalprävention. Keine Rechtsberatung; maßgebend sind die Normtexte.
Begriffe in der Anwendung sehen
In der Online-Vorführung zeigen wir, wo Lücke, Gefahrenbereich und Schutzziel in ZFS-Project stehen und wie das Programm sie prüft.
Online-Vorführung anfragenexcepto GmbH – creative engineering
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